Wir sind der osten. Julia Menger

sind der will Mut machen

wir sind der osten

Wir sind ein gesamtdeutsches Team und arbeiten ehrenamtlich an der Initiative. Was wollen Sie mit der Initiative erreichen? Ich wollte mich in die bunten Städte stürzen und das bunte Leben kennenlernen. Christian Bollert: Wir erhoffen uns von der Initiative eine bessere Darstellung der verschiedenen und vielseitigen Biographien ostdeutscher Menschen. Denn das, was ältere Generationen erlebt haben, wurde auch an Jüngere weitergegeben: die Fähigkeit, mit gesellschaftlichem Wandel umzugehen. Wie können wir wirtschaften ohne Wachstumszwang? Der Osten ist eben wahnsinnig heterogen und lässt sich nicht auf zwei, drei Beschreibungen reduzieren.

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Osten ist die neue Ost

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Artikel 1 freut sich, als Kooperationspartner der Initiative jenen ein Gesicht zu geben, die neue Herausforderungen anpacken: Dem Lehrer, der seinen Schülern in Thüringen Programmieren beibringt, dem Unternehmer, der in Brandenburg Coworking-Spaces hochzieht, der Chefredakteurin, die zwar weggezogen ist, aber mit ihrer Arbeit die Ostberichterstattung verändert. Und zu viel Weiteres, um es hier schreiben. Und ich war beeindruckt, wenn mir ältere Menschen damals erzählten, dass sie die beiden Staaten noch als ein ungeteiltes Land ohne Grenze dazwischen kannten. Dabei habe ich mich etappenweise vorgearbeitet: über Ilmenau, Erfurt und Leipzig nach Berlin und schließlich Hamburg. Ich unterhalte, im besten Fall so, dass jemand vorm Radio nickend lächelt — oder mir lachend nen Vogel zeigt. Geblieben — gegangen — zurückgekehrt: So sind die im Februar 2020 fast 260 Personen auf der Webseite eingeteilt, die sich der Initiative bisher angeschlossen haben.

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Wir sind der Osten

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Ihr ist es wichtig, einen Gegenpol zu der negativen Berichterstattung über Ostdeutschland zu setzen, sagt sie. Ich würde mich eigentlich gern weniger explizit ostdeutsch fühlen, ich hätte nichts gegen eine gesamtdeutsche Identität. Ich musste aus Berlin raus, es hat sich zu viel zu schnell geändert. Wie können wir leben ohne Angst? In ihr reift die Idee, ostdeutschen Macherinnen und Machern ein Gesicht und eine Plattform zu geben. Doch ist immer auf der Suche nach neuen Gesichtern und spannenden Ideen. Aber genau das ist das Spannende unserer Initiative, auch dieses Bild ist überhaupt nicht einheitlich. In einem Gastbeitrag erzählt Christian Bollert, wie es dazu gekommen ist.

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Wir sind der Osten

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Denn es gibt überall, egal ob auf dem Land oder in der Stadt, Leute, die nach vorne denken, sich ehrenamtlich engagieren oder sich aktiv in die Gesellschaft einbringen. Allein die ersten 200 Porträts zeigen uns, dass das oft in den Medien bemühte Bild des problematischen Ostdeutschen nicht die Wirklichkeit widerspiegelt. Sie zeigt Macherinnen und Macher, die Herausforderungen anpacken. Denn oft geht es bei der Berichterstattung um — etwa wirtschaftliche Abgehängtheit oder grassierender Rassismus. Als ich einmal mit meiner ganzen Familie am Esstisch saß, ist mir aufgefallen, dass alle meine Vorfahren einen Systemwechsel miterlebt haben. Es gibt eine Tendenz, über Ostdeutschland immer dann zu berichten, wenn es um Probleme geht, nämlich wirtschaftlicher Art oder um das Thema Rechtsextremismus, über die vielen positiven und guten Seiten wird dagegen sehr wenig berichtet.

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Julia Menger

wir sind der osten

Auf der Seite gibt es Geschichten von Menschen, die geblieben sind, die gegangen sind und von Leuten, die wieder zurückgekommen sind. Das Ostdeutsche beziehe ich eher auf Erfahrungen, die niemand anderes machen konnte, aufgrund der historischen Entwicklung. Mit möchten sie die Ostdeutschen in den Fokus rücken, die etwas zum Positiven verändern. Im jetzigen Job habe ich die Möglichkeit, einen Marketingkanal aufzubauen und somit einen wichtigen Baustein im Wachstum meines Unternehmens zu sein. Ab heute sind auf der Webseite alle Ostdeutschen, die sich für die Gesellschaft, die Demokratie oder eine gemeinsame Zukunft engagieren, eingeladen, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Die Welt befindet sich in rasantem Wandel: Die Erde erwärmt sich, die Ressourcen werden knapp, das Wohlstandssystem wankt.

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Ulrike Tusk

wir sind der osten

Inzwischen besteht das Team aus mehr als 20 Ehrenamtlichen. Für Mau sind viele Entwicklungen deshalb nicht erst mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung erklärbar. Dass der Blick auf die Ostdeutschen unsere Realität oft nicht widerspiegelt, noch viel weniger. Dabei gibt es genügend Beispiele für kreative Köpfe aus den neuen Bundesländern, schreibt Christian Bollert. Aus unserer Sicht liegt das auch an der Berichterstattung und Wahrnehmung ostdeutscher Biographien. Wäre ich geflohen oder treu geblieben? Wir sind keine politische Initiative und werden uns jede Einsendung anschauen und prüfen, ob sie zum Ziel unserer Initiative passt und dazu beiträgt, ein vielfältiges Bild von Ostdeutschland zu zeigen.

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dwrweb

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Damit sind die schon beschriebenen dramatischen Veränderungen Anfang der 1990er Jahre gemeint. Ich staune heute noch, dass es meine Eltern geschafft haben, die Familie beisammen zu halten. Es war der ökonomische Mangel. Man muss das Lied schon mehrmals hören, um alle mitzukriegen. Aus Urheberechtsgründen ist die Person im Screenshot unkenntlich gemacht. Aber genauso gilt: Nur wenige Menschen in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland oder Bayern wissen, wie vielfältig und progressiv große Teile des Ostens heute sind. Und trotz der erst jungen Geschichte konnte diese bereits große mediale Aufmerksamkeit erzielen.

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